Pflegestufen

Wichtige Information

Im Jahr 2017 wird es gravierende Veränderungen geben. Aus Pflegestufen werden Pflegegrade. Die Einschätzung des Pflegegrades wird nicht mehr auf den Defiziten des Pflegebedürftigen beruhen, sonder auf den Verrichtungen, die er noch selbst ausführen kann. Die vorhandenen Pflegestufen werden in Pflegegrade umgewandelt. Die Gutachten werden weiterhin durch den Medizinischen Dienst der Krankenkassen erstellt.

Derzeit gilt jedoch noch bis zum 31.12.2016

Zur Absicherung des Risikos der Pflegebedürftigkeit hat die Soziale Pflegeversicherung die Aufgabe, Hilfen für Pflegebedürftige zu leisten, die wegen der Schwere ihrer Pflegebedürftigkeit auf solidarische Unterstützung angewiesen sind.

Ausschlaggebend für die Zuordnung zu einer Pflegestufe ist letztlich der Zeitaufwand, den ein Familienangehöriger oder andere nicht als Pflegekraft ausgebildete Pflegepersonen benötigen, um die erforderliche Hilfe bei den maßgeblichen Verrichtungen im Ablauf des täglichen Lebens zu leisten. Der Zeitaufwand für die Grundpflege und der Zeitaufwand für die hauswirtschaftliche Versorgung werden gesondert betrachtet. Grundpflege bedeutet Hilfe bei den Verrichtungen aus den Bereichen Körperpflege, Ernährung und Mobilität.

Hilfe kann auch die Beaufsichtigung oder der Anleitung mit dem Ziel der eigenständigen Übernahme dieser Verrichtungen bedeuten. Die Entscheidung, wer in welche Pflegestufe eingestuft wird (und somit die Entscheidung, wer welchen Kostenanteil zur Unterstützung erhält), trifft die Pflegekasse unter maßgeblicher Berücksichtigung des Pflegegutachtens durch den MDK.

Pflegestufe I – erhebliche Pflegebedürftigkeit,
d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 90 Minuten pro Tag. Auf die Grundpflege müssen dabei mehr als 45 Minuten täglich entfallen.

Pflegestufe II – schwere Pflegebedürftigkeit,
d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 180 Minuten pro Tag mit einem Grundpflegebedarf von mehr als 120 Minuten täglich.

Pflegestufe III – schwerste Pflegebedürftigkeit,
d. h. durchschnittlicher Hilfebedarf mindestens 300 Minuten pro Tag. Der Anteil an der Grundpflege muss mehr als 240 Minuten täglich betragen und es muss auch nachts (zwischen 22 und 6 Uhr) regelmäßig Grundpflege anfallen.

Eingeschränkte Alltagskompetenz Menschen mit demenzbedingten Fähigkeitsstörungen, mit geistigen Behinderungen oder psychischen Erkrankungen sind in ihrer Alltagskompetenz erheblich eingeschränkt. Sie können besondere Unterstützung für den damit verbundenen Betreuungsbedarf erhalten. Ab 2013 wird es in der ambulanten Versorgung höhere Leistungen für Demenzkranke geben. In der Stufe 0 erhalten Demenzkranke neben den heute schon beziehbaren 100 bzw. 200 Euro für zusätzliche Betreuungsleistungen erstmals Pflegegeld oder Pflegesachleistungen.

Leistungen für die häusliche Pflege Die meisten Menschen wollen so lange wie möglich zu Hause wohnen bleiben. Daher steht ein Großteil der Leistungen der Pflegeversicherung für die häusliche Pflege zur Verfügung.

Das Pflegegeld
Wenn pflegebedürftige Menschen von ihrer Partnerin oder ihrem Partner, erwachsenen Kindern, Nachbarn oder befreundeten Personen zu Hause versorgt werden, kann die Leistung der Pflegeversicherung in Form eines monatlichen Pflegegeldes an die versicherte Person ausgezahlt werden.

Pflegesachleistungen
Stehen keine Familienangehörige oder nahe stehende Personen für die Pflege zur Verfügung oder nur zeitweise, können pflegebedürftige Menschen die Unterstützung eines ambulanten Pflegedienstes in Anspruch nehmen.

Kombinationsleistungen
Die Kombinationsleistung ist eine Mischung aus Geld- und Sachleistungen. Wenn ein Pflegedienst eingesetzt wird und die zur Verfügung stehenden Mittel nicht ausschöpft werden, kann der Rest in Form eines anteiligen Pflegegeldes ausgezahlt werden.

Verhinderungspflege
Die so genannte Verhinderungspflege zur Vertretung der Hauptpflegeperson ist an zwei Voraussetzungen geknüpft. Die versicherte Person muss mindestens seit 6 Monaten in ihrer häuslichen Umgebung gepflegt worden sein (nicht eine Einstufung in die Pflegestufe!) und die Pflegeperson muss verhindert sein.

Kurzzeitpflege
Anspruch auf Kurzzeitpflege haben alle Versicherten, die in eine Pflegestufe eingestuft wurden. Eine Zwölfmonatsfrist wie bei der Verhinderungspflege besteht nicht. Kurzzeitpflege bedeutet die Aufnahme eines pflegebedürftigen Menschen in eine stationäre Pflegeeinrichtung für maximal 4 Wochen im Jahr.

Pflegehilfsmittel
Pflegebedürftige haben Anspruch auf Pflegehilfsmittel, wenn diese die Pflege erleichtern oder zur Linderung von Beschwerden beitragen.